Guten Tag,

heute soll jeder seinen eigenen Philo-Blog erstellen, also einen Blog starten, in dem über Philosophie berichtet oder philosophische Fragen diskutiert werden.

Gehe dazu auf den kleinen Link ganz unten links auf der Seite („Bloggen Sie…“)  und melde dich an. Dazu brauchst du einen Blognamen und eine email-Adresse. Achte darauf, welche Sicherheitseinstellungen du wählst.

Und dann: probiere einfach aus.

Wenn Deine Seite steht, dann wende dich den Aufgaben zu, die in früheren Beiträgen hier in diesem Blog zu finden sind und fange an darüber zu philosophieren.

Viel Spaß und gute Gedanken

Advertisements

Philosophische Vorübungen:

wähle zwei der folgenden Übungen aus, führe sie durch und poste die Ergebnisse in deinem Blog.

1. Sokratische Selbstbefragung

Der antike Sokrates (griechischer Philosoph um 400 v. Chr.) ließ keine Behauptung unbefragt. Jede Behauptung ging er mit W-Fragen an, damit das oberflächliche Alltagswissen zerbrochen und das wirkliche Wissen bzw. Nicht-Wissen aus Tageslicht kommen konnte. Diese Selbstbefragung sollte man schriftlich machen.

Übung:

  • Stell irgendeine (philosophische) Behauptung auf

(z.B. „Die Erde ist rund“)

  • Stell dann diese Behauptung in Frage (z.B.: „Warum ist die Erde rund?“).
  • Stell dann als Antwort eine zweite Behauptung auf („Die Erde ist rund, weil sie eine Kugel ist.“)
  • Auch diese zweite Behauptung wird dann wieder in Frage gestellt. („Warum ist die Erde eine Kugel?“)
  • Und so weiter…

Wenn Du dieses radikale Fragen gegen jede folgende Behauptung wendest, wirst du bald am Ende deines Wissens angekommen sein und an den Bereich deines Nichtwissens stoßen.

Dieser Anstoß ans Nichtwissen wird eine wichtige Quelle für dein weiteres Selbstdenken werden.

Du wirst vielleicht auf die Frage stoßen, warum es etwas gibt, das man nicht denken kann, das aber doch sein kann.

Probier´s mal aus!

 

2. Vier Hauptsätze niederlegen

In der Schule von Epikur (griechischer Philosoph um 300 v. Chr.) war es üblich, die Grundlehre der Philosophie der Lust in vier Hautsätze zu fassen. Die vier Hauptsätze des Epikur lauteten:

  • „Vor Gott braucht man sich nicht zu fürchten.
  • Der Tod erzeugt keine Angst.
  • Das Gute ist leicht zu beschaffen.
  • Das Schlimme dauert nicht lange.“

(W. Schmid, 1962)

Übung

Schreib deine vier Hauptsätze nieder.

Schreib einen Satz über Gott, eine über den Tod, einen über das Gute und eine über das Schechte.

Beginne die Sätze mit:

  • Gott ist …
  • Der Tod ist …
  • Das Gute ist …
  • Das Schlimme ist …

Probiers aus!

 

3. Philosophische Meditation

René Descartes` (1596-1650) wichtigste überlieferte schreibmethode ist die philosophische Meditation. Er beschreibt es so: „Ich will jetzt meine Augen schliepen meine Ohren verstopfen und alle meine Sinne ablenken,(…). Ich will mich nur mit mir selber unterreden, tiefer in mich hineinblicken, versuchen, mir mich selbst nach und nach bekannter und vertrauter zu machen.“

 

Übung:

Schließ deine Augen. Beachte deine spontanen Gedankeneinfälle nicht. Spalte dein Ich in zwei Personen, die sich über Dich selbst unterhalten. Rede also als Ich 1 und Ich 2. Öffne dann die Augen und schreibe das Resultat deines Selbstgesprächs über dich in ein paar Sätzen nieder.

 

Probiers aus!

 

 

 

(frei zitiert nach: Lutz von Werder: Philosophieren durch Schreiben – Ein Tagebuch-Projekt,

In: ZDPE 2/2002)